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Ehrlich sein – warum fällt es so schwer?

Im Laufe dieser Spielsaison haben wir in allen drei Kreisklassen mehrfach erlebt, dass es bei einigen der Spieler an Sportlichkeit, Fairness und Ehrlichkeit beim Spiel, sowie Kenntnis der Schachregeln fehlt.

Fall 1: Unser Spieler wird während des Spiels angeraunzt, er solle doch endlich aufgeben, er habe ja ohnehin keine Chance!

Das ist schlichtweg respektlos. Verstoß gegen FIDE-Regel Art 11/1,1 und 1.5

Fall 2: Der Gegenspieler wandelt um, stellt einen Turm verkehrt auf das Brett, erklärt „Dame“ und beschimpft den Gegenspieler, der darauf besteht, dass ein Turm ein Turm ist.

Ein Turm bleibt ein Turm. Die Entscheidungen der Schiedsrichterkommission sind eindeutig und lassen keine Ausnahmen zu!

Fall 3: Ein Spieler notiert die ersten rund 20 Züge, mag dann nicht mehr schreiben und erklärt, er habe seine Brille vergessen. Zweifache Aufforderung des Schiedsrichters wurde stets mit Nein beantwortet!

Verstoß gegen FIDE-Regel Artikel 8: Aufzeichnung der Partie

Fall 3a: Der Mannschaftsführer dieses Spielers greift ein, bewegt seinen Spieler zur Aufgabe seiner starren Haltung.

Kein Spieler, auch nicht der Mannschaftsführer darf sich in die Auseinandersetzung zwischen Schiedsrichter und Spieler einmischen. Konsequent hätte der Spieler mit Partierverlust bestraft werden und der Mannschaftsführer mit einer Verwarnung bedacht werden müssen.

Fall 4: Der Spieler schiebt ständig sein Partieformular unters Brett, s0dass nicht sichtbar ist, was er geschrieben hat.

Verstoß gegen Artikel 8.2

Fall 5: Der Spieler fasst eine Figur von oben mit drei Fingern an, lässt sie wieder los und zieht mit einer anderen, weil er sonst einen Nachteil gehabt hätte, leugnet aber ab, dass er die erste Figur berührt habe.

Völlig klar: Berührt ist geführt!

Fall 6: Ein Mitspieler, der sich die Beine vertritt, greift in  eine Partie ein, indem er seinem Mannschaftskollegen zeigt, wie er besser ziehen soll, was dieser auch macht.

Klarer Verstoß, der keine weitere Erklärung bedarf. Konsequente Strafe wäre gewesen a) Partieverlust für den Spieler, der fremden Ratschlag offensichtlich angenommen hat und b) Verweis des Rat gebenden Spieler (Zuschauers) aus dem Spielareal, was in diesem Fall faktisch den Ausschluss aus dem Mannschaftskampf zur Folge gehabt hätte.

Fall 7: Der Spieler behauptet, er habe den Springer, der verdeckt von der Dame hinter dieser stand, versehentlich berührt, wollte aber die Dame führen.

Klarer Verstoß: berührt – geführt ! Die Ausrede „versehentlich“ ist auch nicht nachvollziehbar, denn die größere Figur hatte die kleinere verdeckt. Zudem: auch wer die Figur berührt hat obwohl er eine andere hatte berühren wollen, muss die zuerst berührte Figur ziehen.

Fall 8: Der Spieler zieht nicht mit der zuerst berührten Figur und  beruft sich darauf, dass er den beabsichtigten Zug vorher auf sein Partieformular geschrieben habe. Dies sei der Beweis für sein „Versehen“.

Doppelter Verstoß: auch beim irrtümlichen Anfassen der Figur gilt berührt – geführt. Das Aufschreiben eines Zuges muss laut FIDE-Regel immer nach dem Ziehen erfolgen.

Fall 9: Ein Spieler bietet Remis. Ein Zuschauer schaltet sich ein und ermahnt, er solle/müsse vorher den Mannschaftsführer um Erlaubnis fragen. Auf dessen Rat hin zieht er sein Remis-Angebot zurück.

Mehrfacher Verstoß! a) ein angebotenes Remis-Angebot kann nicht zurückgenommen werden; b) der Spieler darf nicht auf Ratschläge Dritter hören; c) er muss seinen Mannschaftsführer nicht fragen, sondern hat das Recht dazu – bevor er ein Remis-Angebot macht;  und d) der Zuschauer darf sich nicht einmischen und müsste sofort den Spielraum verlassen.

Fall 10: Ein Spieler verlässt den Spielsaal, obwohl er am Zug ist.

Verstoß gegen Artikel 11.2 FIDE-Regel

Fall 11: Der Spieler schreibt einen Zug auf, überdenkt diesen, streicht z.T. wieder, schreibt einen neuen Zug auf und zieht erst dann. Sein Kommentar: Das habe er schon immer so gemacht und er sehe gar nicht ein, dass er dies ändern solle.

Art. 8 FIDE-Regel: Es ist verboten, Züge im Voraus aufzuschreiben

Fall 12: Der Mannschaftsführer beendet nach dem 40. Zug seine Partienotation mit der Bemerkung, jetzt brauche er nicht mehr zu schreiben.

Dieser Mannschaftsführer kennt die Turnierordnung und die FIDE-Regeln nicht und ist als Mannschaftsführer untragbar.

Fall 13: Ein gegnerischer Spieler vergisst, die Uhr zu drücken, und ein Mannschaftskollege weist ihn darauf hin.

Ein klarer Eingriff in das Spiel eines anderen, der normalerweise sofort dazu führt, dass der Hinweisende den Raum verlassen muss. Zeitstrafe für den Spieler, der „vergessen“ hatte. und/oder Zeitgutschrift für dessen Gegner.

Fall 14: Da beide Spieler noch weniger als 5 Minuten Zeit haben, schreibt ein Zuschauer die Partie mit – auf dem Partieformular von einem der Spieler. Der andere musste nach dem Zeitzuschlag die Partie auf seine Zeit noch abschreiben.

Außenstehende müssen Partien immer auf einem anderen Papier mitschreiben. Der Schiedsrichter hätte eingreifen und auf die korrekte Einhaltung der Notationsanforderung bestehen müssen.

Fall 15: Spieler der gegnerischen Mannschaften kommentieren die Forderung nach Einhaltung der Regeln und Turnierordnung als „kleinlich“ und unsportlich.

Das verschlägt einem die Sprache!

Die angeführten Beispiele bedürfen keines weiteren Kommentars!

Anmerkung: In allen oben beschriebenen Fällen hat der ASC, bzw. der ASC-Spieler auf die konsequente Anwendung der Regeln verzichtet und den in allen Fällen entstandenen Nachteil hingenommen.

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